Autoren, Illustratoren und Sprecher stellen ihr Lieblingskinderbuch vor

Man soll sich ja nicht selbst loben, aber heute ist so ein Tag, an dem ich einmal erzählen muss, warum ich diese Blog-Rubrik so mag: Als ich an dem Und was liest du so?-Artikel von Antje Damm saß, kam ich durch ihren Buchtipp auf die Website des Tulipan Verlages. Ich sah mich dort natürlich ein wenig um und entdeckte das groß- und neuartige Bilderbuch Was ist denn hier passiert?.

Einen Tag später stellten Till Penzek und ich durch Zufall auf Twitter fest, dass wir auf derselben Veranstaltung gewesen waren – nämlich bei der Ausstellungseröffnung von Torben Kuhlmann im Hamburger Kinderbuchhaus. Ich stellte wiederum fest, dass Till die Trickfilme zu Was ist denn hier passiert? erschaffen hat – er wusste das natürlich schon. Und wegen solcher Zufälle und Geschichten mag ich meine eigene Blog-Rubrik so sehr. Seht es mir nach.

Till ist also Trickfilmer, Zwillingsvater, Hamburger, Hochschul-Dozent und Kinderbuchautor. Er hat viel als Trickfilmer und Autor für das deutsche Fernsehen gearbeitet und auch sogenannte Erklärfilme für Unternehmen produziert. Seit zwei Jahren nehmen Kinderbücher und -medien einen immer größeren Teil seiner Arbeit ein. Im nächsten Jahr soll sein nächstes Bilderbuch erscheinen und meine Jungs und ich sind schon zur Präsentation eingeladen. Till gibt außerdem auch Trickfilm-Workshops für Kinder – das wäre ja was für Monsieur 1…

Kommen wir nun also zu dem Lieblingskinderbuch von Till Penzek, es klingt wahnsinnig gut und wahnsinnig verrückt – so verrückt, das es sich in Tills Leben einschleichen konnte. Oder umgekehrt.

„Einer meiner Lieblings-Kinderbuchautoren ist der Schwede Jan Lööf, der die meisten seiner Geschichten auch selbst illustriert. Viele der Bücher, mit denen ich aufgewachsen bin – Großvater ist Seeräuber, Die Geschichte von dem roten Apfel oder Rudis Stablampe, sind heute leider vergriffen.

Jan Lööf ist heute 76 Jahre und macht immer noch Kinderbücher. Seine Geschichten handeln von kleinen und großen Abenteuern, die Kinder mit auf die Reise nehmen. Hierbei versteht es Jan Lööf wunderbar der kindlichen Logik zu folgen, in der zum Glück noch vieles Unlogische möglich ist.

Sein phantastisches Universum hat mich als Kind sehr geprägt und ich habe sogar einige seiner Bücher, die nicht in Deutschland erschienen sind, auf schwedisch gekauft, um sie meinen Kindern vorlesen zu können. Da ich leider kein Wort schwedisch verstehe, muss ich mir dabei den Inhalt anhand der Bilder herleiten.

Schrottnickel, Schweden, Klassiker, Kinderbuch
Das Beste von Jan Lööf, Carlsen Verlag

Sehr begeistert hat mich als Kind das Buch Schrottnickel, bei dem ein Junge seine Ferien bei seinem Onkel Schrottnickel verbringt, der einen Schrottplatz besitzt. Der Junge hilft Schrottnickel einen alten Raddampfer zu restaurieren, mit dem dieser nach Afrika fahren will. Mit dabei ist auch noch Jakob Mühlstein, der aussieht wie Frankensteins Monster und schwarze Magie beherrscht. Als er das erste Mal auftritt, sitzt er an einer unheimlichen Orgel, voller Teufel und Totenköpfe, das hat mich als Kind schwer beeindruckt. Als der Raddampfer endlich fertig ist, soll der Junge eigentlich an Land bleiben, schleicht sich aber natürlich trotzdem an Bord. Bald geraten sie in einen einen furchtbaren Sturm, den Jakob Mühlstein herbeigezaubert hat und stranden vor Stockholm. Sie klettern bei Nacht und Nebel über Klippen und landen schließlich im Zoo vor der Stadt, den sie fälschlicherweise für Afrika halten. Aber nur so lange, bis sie am nächsten Morgen von den Zoowärtern gefunden werden.

Bleibt noch zu sagen, dass mein Vater irgendwann anfing Eisenskulpturen herzustellen und sich der Hof meines Elternhauses nach und nach in einen Schrottplatz verwandelte, und mein Vater in Schrottnickel. Falls hier tatsächlich ein Kinderbuch seine Realität in die meine übertragen hat, bin ich sehr froh, dass es die Welt von Jan Lööf war.

 

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