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Telefonzellen, Videotheken und Dia-Abende: Als die Großen klein waren

Ein Album verschwundener Dinge

„Jetzt kommt Mama wieder mit ihrem 80er-Jahre-Kram!“ ist aktuell einer der Lieblingsaussprüche von Monsieur 1 und dieser Satz kann tatsächlich auf alles gemünzt sein – die Beatles, Schreibmaschinen, Tamagotchis oder Schlittschuhlaufen auf dem zugefrorenen See. Das ist für ihn alles ewig lang her (und ewig lang her ist 80er-Jahre-Kram), etwa so wie es für mich ist, die Serie Mad Men zu sehen.

Till Penzek, Julia Neuhaus, Nilpferd Verlag, Sachbuch, Album, früher, technische Entwicklung

Als die Großen klein waren

Vielleicht geht es Julia Neuhaus und Till Penzek mit ihren Zwillingen ähnlich – jedenfalls haben sie sich jetzt in einem sehr liebevoll und witzig gemachten Sachbuch all diesen Dingen angenommen, die unsere Kindheit und Jugend bestimmt haben: aus dem Radio aufgenommene Lieder auf Kassette, mühevoll programmierte Videorekorder, Telefonketten, Straßenkarten und dergleichen mehr – eben nahezu alles,  was sich mittlerweile in einem kleinen Smartphone finden lässt. Als die Großen klein waren heißt ihr Album der verschwundenen Dinge, was in vielen Familien für viel Heiterkeit sorgen wird.

Für mich persönlich, die die vielfältigen Möglichkeiten des Smartphones liebt und niemals mehr darauf verzichten möchte (kleiner Exkurs: Neulich saß ich im ICE mit top funktionierendem ICE-W-LAN, hörte den Zeit-Podcast Alles gesagt mit Robert Habeck, der sprach über die Martin Schulz-Biografie von Markus Feldenkirchen, ich googelte den Titel und bestellte daraufhin das Buch bei Rebuy – und das alles innerhalb von zehn Minuten mit nur einem Gerät!), also für mich persönlich ist es besonders schön, dass Till und Julia nicht in so eine „Früher war alles besser!“-Nostalgie verfallen, sondern sehr neutral und witzig in Wort und Bild die Vor- und Nachteile von Alltagsgegenständen aufführen, die aus unserem Leben verschwunden sind bzw. für unsere Kinder vollkommen absurd erscheinen.

Nicht ins Buch geschafft haben es Walkman und Parkuhr, dafür jedoch neben dem oben bereits Erwähnten das Telefon (mit gefühlt immer zu kurzem Kabel), die Schreibmaschine, schwere Fernseher ohne Fernbedienung (dafür mit gewölbter Glasscheibe), Kataloge, Lexika und Telefonbücher und noch vieles mehr. (Auf meinem Instagram-Profil könnt Ihr einen Blick ins Buch erhaschen.)

Spannend, wie schnell sich die Welt in nur 40 Jahren verändert hat – wie werden wohl die nächsten 40 Jahre aussehen? Auf ihrer Homepage zum Buch (wird bald freigeschaltet) sammeln Julia und Till Zukunftsvisionen und Ideen: Was werden wir anziehen? Was werden wir essen? Wie kommen wir zur Arbeit? Woraus gewinnen wir unseren Strom? Wer dazu Ideen hat, kann den beiden an zukunft(@)alsdiegrossenkleinwaren.de ein Bild schicken, eine Bildauswahl wird dann auf der Homepage veröffentlicht!

Julia Neuhaus, Till Penzek: Als die Großen klein waren. Nilpferd Verlag 2019, ab 5 Jahren, 16,95 €.

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