Gut informiert ins neue Jahr: Armut

Kinderfragen zum Thema Armut

Die wunderbare Jutta Bauer kann nicht nur ganz wunderbare und witzige Bilderbücher auf den Punkt illustrieren, sondern blickt auch immer wieder über den eigenen Tellerrand und sorgt mit ihren eben so locker flockigen Illustrationen dafür, dass Kindern auch komplexere Themen nahe gebracht werden. So schrieb sie gemeinsam mit der ebenfalls wunderbaren Kirsten Boie das Buch Ein mittelschönes Leben über Obdachlosigkeit.

Obdachlosigkeit, Kirsten Boie, Jutta Bauer, Hinz&Kunzt
Ein mittelschönes Leben

Vielleicht ist daraus die Idee für Jutta Bauers aktuelles Buch entstanden, in dem sie Schüler zweier Hamburger Schulen Fragen zu Armut und Reichtum stellen und diese von armen und reichen Menschen, aber auch Wissenschaftlern, Politikern, Psychologen oder Philosophen beantworten lässt.

Wer Kinder kennt weiß, dass diese ungehemmt und ungeschönt Fragen stellen und froh sind, wenn es jemanden gibt, der diese Fragen beantwortet. So geht es natürlich auch den Kindern in Jutta Bauers Buch. Sind Arme selbst Schuld an ihrer Armut? Wie kann man Armut verhindern? Wie fühlt es sich an, arm zu sein? Wie fühlt es sich an, reich zu sein? Für die Frage „Warum verdienen manche Menschen so viel für ihre Arbeit und andere nicht?“ hatten sich viele der Kinder einen richtigen Fußballmillionär für die Beantwortung gewünscht, doch ein solcher konnte leider nicht gefunden werden.

Dafür hat Jutta Bauer jedoch gemeinsam mit dem Carlsen Verlag viele andere Menschen gesucht und gefunden, die die Kinderfragen beantworten wollten. Hinz&Kunzt-Verkäufer und Straßenkinder genauso wie Dirk Nowitzki, Cem Özdemir, Samy Deluxe und Jugendliche aus wohlhabenden Familien. Durch die unterschiedlichen Lebensumstände der Antwortenden (und ihrer unterschiedlichen Ansichten, vor allem bei den befragten Politikern) sind die Antworten natürlich keine Fakten, sondern zeigen immer eine persönliche Meinung und spiegeln unser Land sehr gut wieder.

Herausgekommen ist ein wunderbares Buch, das zum Nachdenken anregt und lästiges Schwarz-Weiß-Denken über den Haufen wirft. Ich kann mich Jutta Bauer nur anschließen wenn sie schreibt:

Ich wünsche mir, dass dieses Buch in viele Hände gerät. Große und kleine, arme und reiche Hände. Wenn es helfen kann, ein Empfinden dafür hervorzurufen, wie blöd es ist, einen Mitschüler zu ärgern, weil er nicht die richtigen coolen Schuhe trägt, dann hat es sich gelohnt.“

Und ich wünsche mir noch zusätzlich viele Lehrer, die davon einen Klassensatz bestellen!

Jutta Bauer (Hg.): Armut. Carlsen Verlag 2017, ab zehn Jahren, 14,99 €.

 

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