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Grusel-Comics für starke Nerven

Jetzt ist sie da – die Gruselgefahr!

Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass wir gerade ziemlich gruselige Zeiten durchmachen. Mir persönlich hilft ja momentan mein Handlettering-Bookstagram-DIY-Eskapismus auf Instagram, gleichzeitig verspüre ich eine unbändige Lust, mal wieder Lost zu sehen – vermutlich nach dem Motto: Schlimmer geht immer, aber bitte schön unrealistisch (Black Mirror ist mir gerade einfach zu nah an der Realität).

Fall Ihr Zuhause so ein paar Kandidat*innen habt, die starke Nerven haben und sich gerne mal mit ein bisschen Grusel ablenken, dann seien Euch folgende Kinder-Comics empfohlen, die für einen zarten Schauer über den Rücken sorgen:

Die Brücke der toten Hunde

Wo die Geisterjagd Familientradition ist

Die Firma Alan C. Wilder folgt einer schönen Familientradition: Von Generation zu Generation wird die Gabe, Gespenster, Poltergeister und Dämomen wahrzunehmen von dem Vater an den Sohn vererbt (kleiner Minuspunkt für die fehlende Geschlechtergerechtigkeit). Wer Probleme mit übersinnlichen Kräften hat, die ihm*ihr das Leben schwer machen, ruft Alan C. Wilder Ltd. an und lässt die bösen Geister verjagen.

Wir begleiten den jüngsten Alan C. Wilder bei seinem ersten Fall, da er die Firma gerade von seinem verstorbenen Vater übernommen hat – zum Glück kann dieser jedoch als Geist mit Rat und Tat zur Seite stehen. Alan muss einen komplizierten Fall lösen: Auf der unheilvollen Brücke von Lady Dunsford stürzen sich seit geraumer Zeit Hunde in den Tod. Was das alles mit einem Poltergeist und einem unheimlichen Bischof zu tun hat, muss Alan schnellstens herausfinden – was gar nicht so leicht ist, denn er schwebt in großer Gefahr… Das ist alles ganz schön britisch, gruselig und spannend. Ein guter Comic-Einstieg für alle, denen gern mal ein kalter Schauer den Rücken hinunterläuft!

Patrick Wirbeleit, Ulf K.: Die Brücke der toten Hunde. Carlsen 2020, ab 9 Jahren, 14,00 €.

Stig&Tilde: Die Insel der Verschollenen

Initiationsritus mal anders

Dort, wo die Zwillinge Stig und Tilde leben, gibt es ein jahrhundertealtes Ritual: In dem Sommer, in dem sie 14 sind, müssen Jugendliche auf einer der zahllosen Inseln ein Jahr lang (über-) leben, um dann als Erwachsene in ihre Stadt zurückzukehren. Mit der Zeit hat sich diese Tradition etwas verwässert: Die Jugendlichen fahren alle auf dieselbe Insel, dort gibt es gefüllte Kühlschränke und in diesem Jahr sogar erstmals W-LAN und niemand muss dort mehr ein Jahr verbringen, sondern lediglich einen Sommermonat – ganz ohne Erwachsene.

Das ist jedenfalls das, was Stig und Tilde erwarten, als sie aufbrechen. Doch dann geht alles schief: Sie geraten in ein Unwetter, können sich auf eine (Scheinbar!) einsame Insel retten und müssen dort nun tatsächlich wie ihre Vorfahren für ihr Überleben sorgen. Doch dann stellt sich heraus, dass die Insel gar nicht so verlassen ist wie angenommen…

Ihr sehr die Axt und den alten Bogen und ich kann Euch sagen – dieser Comic ist nichts für schwache Nerven (Lost lässt grüßen!). Die Axt wird noch durch die Gegend fliegen und abgesehen davon geht es sehr übersinnlich zu: Auf der Insel lebt nämlich seit 75 Jahren der Geist eines 14jährigen, der keine Lust hat, länger allein zu sein…

Max de Radigues: Stig&Tilde – Die Insel der Verschollenen (Übersetzung: Annette von der Weppen). Reprodukt 2020, ab 10 Jahren, 15,00 €.

Hexen hexen

Der Klassiker von Roald Dahl als Comic

Die Kinderbücher von Roald Dahl sind echte Klassiker und ein bisschen unangenehm ist es mir schon, dass ich außer den Filmen Mathilda und Charlie und die Schokoladenfabrik nichts so richtig von ihm kenne. Wo Roald Dahl doch bei Und was liest du so? so häufig genannt wird! Philipp Waechter hat vor kurzem erst Danny oder Die Fasanenjagd vorgestellt, Alena Schröder Die Zwicks stehen Kopf und auch Ralph Caspers ist natürlich Fan!

Wer offenbar auch noch ein Fan von Roald Dahl ist, ist die wunderbare Comiczeichnerin Pénélope Bagieu, von der ich ausnahmslos alles toll finde, was sie veröffentlicht. Sie hat sich an den – nun ja – Klassiker Hexen hexen gewagt, von dem ich – nun ja – bisher nur die Verfilmung kannte. Und natürlich ist es sehr, sehr wunderbar geworden. Pénélope Bagieu hält sich eng an die Vorlage und erzählt die Geschichte von einem Waisen und seiner Großmutter, die gegen kinderhassende Hexen kämpfen, damit nicht alle Kinder in Mäuse verwandelt werden, in knalligen Bildern und mit dem ihr eigenen Gespür für Situationskomik. Spätestens jetzt wird doch jede*r zum Roald-Dahl-Fan!

Pénélope Bagieu, Roald Dahl: Hexen hexen (Übersetzung: Silv Bannenberg). Reprodukt 2020, ab 8 Jahren, 24,00 €.

P.S. Jetzt ist sie da – die Gruselgefahr stammt übrigens aus dem gleichnamigen Song von Deine Freunde, einem unserer Lieblingslieder.

3 Comments »

  1. Liebe Juli,
    das ist eine schöne Vorstellung von gruseligen Comics. Die werde ich mal meiner Nichte empfehlen, sie könnten ihr gefallen! Ich lese auch sehr gerne Comics und Graphic Novels, jedoch überwiegende solche für Erwachsene. Kennst du die Dog-Man-Reihe? Diese Kinder Comics gefallen den Kindern und mir. 😀
    GlG, monerl

    Gefällt 1 Person

    • Hallo Monerl, wie schön, dass dir der Beitrag gefällt! Die Dog-Man-Reihe kenne ich nur von Weitem sozusagen. Die muss ich mir mal näher angucken! Liebe Grüße!

      Liken

      • Ich merke, wie wenig Ahnung ich in diesem Bereich habe. Gerade jetzt, wo meine Kinder bald anfangen werden zu lesen, wäre es super, ihnen auch solche Comics auswählen und vorschlagen zu können. Sie lieben Geschichten und ich hoffe, dass sie das beibehalten werden, wenn sie selber lesen werden können. 😀
        Auf meinem Blog findest du Rezis zu Dog-Man. Die neu auf Deutsch überstetzte Amulett-Reihe finde ich auch sehr schön und etwas gruselig.
        GlG, monerl

        Gefällt 1 Person

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