Bald ist Weihnachten! Kinderromane für alle, die schon selber lesen

Von kleinen Lügen, gesprächigen Bäumen und ungleichen Freunden

Wir nähern uns mit schnellen Schritten dem Weihnachtsfest und deshalb kommen hier nun meine letzten Buchtipps für unter den Weihnachtsbaum. Nach Bilderbüchern, Sachbüchern, Comics und Hörspielen widmen wir uns jetzt denjenigen, die schon ganz gut selbst lesen können – also allen ab acht Jahren. Doch das heißt natürlich nicht, dass diese drei sehr schönen und sehr unterschiedlichen Kinderromane nicht auch vorgelesen werden können! 😉

Bluma und das Gummischlangengeheimnis

„Mit Problemen ist das offensichtlich wie mit Obstfliegen. Hat man erstmal eins, werden’s immer mehr.“ Zu dieser Erkenntnis kommt Bluma, neun Jahre alt und Tochter eines Psychologen und einer Linguistin. Diese Herkunft ist allerdings nicht so sehr Blumas Problem – höchstens manchmal, denn das kann man sich ja denken bei dieser Eltern-Kombi. Blumas Probleme fangen an, als sie ihrer Lieblingsnachbarin Alice aus Verzweiflung eine ihrer Gummischlangen stiehlt – ab dieser Tat ist Bluma nicht mehr in der Lage, richtige Entscheidungen zu treffen oder Situationen korrekt einzuschätzen, stattdessen vertraut sie sich niemandem an, misstraut ihrer besten Freundin Rosa und hadert mit ihrer eigenen Tat – wie soll Alice ihr je wieder vertrauen?

Silke Schlichtmann hat einen sehr leichtfüßigen (für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominierten) Kinderroman über Freundschaft, Lügen und Vertrauen geschrieben, in dem sich jede*r wiederfinden kann: diejenigen, die schon mal Gummischlangen geklaut und sie sofort wieder ausgespuckt haben (ich zum Beispiel) und diejenigen, die schon mal dachten, sie könnten ihre Probleme am besten alleine lösen und sich dann immer weiter verrannten (vermutlich wir alle). (Hier geht’s zur Leseprobe.)

Silke Schlichtmann, Ulrike Möltgen, Hanser Verlag, Kinderbuch, Kinderroman, ab 8, lesen, vorlesen
Bluma und das Gummischlangengeheimnis

Silke Schlichtmann, Ulrike Möltgen: Bluma und das Gummischlangengeheimnis. Hanser Verlag 2018, ab 8 Jahren, 12,00 €.

Baum der Wünsche

Rot ist eine Eiche, die bereits 216 Jahresringe zählt. In ihren Baumhöhlen leben Beutelratten und Eichhörnchen, ihre beste Freundin ist Bongo die Krähe und jedes Jahr am 1. Mai hängen die Menschen einer langen Tradition folgend ihre Wünsche an Rots Äste und Zweige. Als die zehnjährige Samar mit den traurigen Augen und ihre Familie in das Haus in Rots Schatten einziehen und Rot erfährt, dass Samar sich nichts sehnlicher wünscht als einen Freund, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse: Jemand ritzt eine Drohung gegen Samar und ihre Familie in Rots Rinde, Samar und der Nachbarsjunge Stephen freunden sich durch das Zutun von Rot und ihren tierischen Freunden an und dann soll Rot plötzlich gefällt werden!

Obwohl wir es hier mit einem sprechenden Baum zu tun haben, ist Baum der Wünsche kein Buch für Fans von (actionreicher) Fantasyliteratur. Vielmehr ist es eine Naturerzählung, die ruhig und bedächtig von Freundschaft, Zusammenhalt und Vielfalt erzählt und nebenbei auch noch sehr viele interessante Informationen über Bäume einfließen lässt.

Katherine Applegate, Kinderroman, Jugendbuch, Ueberreuter
Baum der Wünsche

Katherine Applegate, Charles Santoso: Baum der Wünsche (Übersetzung: Katrin Fischer). Ueberreuter 2018, ab 10 Jahren, 14,95€.

Pogo und Polente

Dass es vorprogrammiert wäre, dass diese beiden mal Freunde werden, kann man so nicht sagen: Sechstklässler Pogo – der wirklich so heißt – ist der Sohn von einem Punkerpärchen ohne Bankkonto und strukturierten Tagesablauf, dafür aber mit vielen Pfandflaschen und genauso vielen Vorurteilen gegenüber Polizisten. Polente – die eigentlich Vanessa heißt – ist mit ihrem Vater in das Haus neben Pogo gezogen. Dass sie jeden Tag Polizeiuniform trägt und sich mit ständigen Strafzetteln unbeliebt macht, hat einen traurigen Hintergrund: Vor einem Jahr ist ihre Mutter gestorben, weil ein Bankräuber auf der Flucht eine rote Ampel ignorierte und sie überfuhr. Seitdem sieht Vanessa es als ihre Aufgabe an, die Menschen daran zu erinnern, nicht die Gesetze zu übertreten.

Es kommt natürlich, wie es kommen muss: Durch einen Kriminalfall (gestohlene Fahrräder, eins davon gehörte Pogo) raufen sich die beiden zusammen, lösen den Fall und werden letztendlich richtig gute Freunde. Das liest sich sehr witzig, ist gut illustriert und werden alle mögen, die auch Anton & Leyla mochten. (Hier geht’s zur Leseprobe.)

kinderroman_pogo_und_polente
Pogo & Polente

Jochen Till, Raimund Frey: Pogo & Polente. Tulipan 2018, ab 8 Jahren, 13,00 €.

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