Wir machen es wie die Zugvögel…

sagte Monsieur 1 ja bereits im letzten Jahr, als wir über die Tage zwischen den Jahren ins 25 Grad warme Marokko flogen um so den gerne an den Feiertagen grassierenden Magen-Darm-Viren und der deutschen Kälte zu entkommen.

Seitdem waren wir auch nicht mehr im Urlaub – zehn lange Monate nicht. In den ersten drei Monaten diesen Jahres waren wir mit Dauererkältungen beschäftigt, dann wurde Monsieur 3 bei der Tagesmutter eingewöhnt, dann bin ich aus der Elternzeit zurückgekehrt, dann hat Monsieur 1 die erste Klasse zur Probe übersprungen, dann habe ich meinen Job gewechselt, dann hat Monsieur 1 tatsächlich die erste Klasse übersprungen, dann mussten in den Sommerferien drei verschiedene Schließzeiten unter einen Hut gebracht werden und dann waren plötzlich auch schon wieder Herbstferien. Etwas chaotisch, dieses Jahr 2016, irgendwie ließ es uns keine Zeit für Urlaubsplanungen (und auch sonst wenig Raum für Gestaltungsmöglichkeiten).

Jetzt, im Oktober, merken wir das dann auch. Wir sind müde, sehr, sehr müde nach zehn Monaten Dauerpower und einem Sommer, der irgendwie keiner war. Und so fingen wir an laut nachzudenken, ob wir es in diesem Winter nicht wieder wie die Zugvögel machen wollen. Die Aussicht scheint verlockend:

Doch womit wir überhaupt nicht gerechnet hatten: Es gibt keine – sinnvollen – Flüge ab Hamburg, die Suchmaschinen boten uns 19 Stunden (In Worten: Neunzehn!) lange Flugzeiten mit zweimal Umsteigen an (in der Regel dauert ein Flug 3:40 Stunden). Im letzten Jahr waren wir noch vollkommen entspannt mit Germania geflogen, zu humanen Zeiten und humanen Preisen, mit nettem Personal, doch in diesem Jahr fliegt Germania nur noch ab Düsseldorf. An zwei Wochentagen.

Der Frust war groß, Ihr könnt es Euch vorstellen. Eine Woche ließen wir den Laptop mit seinen angeblichen Angeboten für die angeblich günstigsten Flüge zu und waren schlecht gelaunt. Diskutierten hin und her, stritten ein bisschen, machten Pläne, verwarfen Pläne, waren wieder frustriert und klappten den Laptop letztendlich doch wieder auf.

Nach drei Tagen intensiver Recherche, gefühlt zwanzig geöffneten Tabs und über die Urlaubspiraten haben wir nun tatsächlich bei Flugladen.de einen annehmbaren Flug für uns alle fünf gefunden. Er dauert zwar keine dreieinhalb Stunden, aber auch keine neunzehn. Wir müssen einmal in Brüssel umsteigen, aber das finde ich – nachdem, was ich an Angeboten gesehen habe – nicht mehr ganz so schlimm. So kann Monsieur 3 wenigstens zwischendurch ein wenig herumrennen und sich auspowern. Denn ganz im Gegensatz zu uns, ist er ganz und gar nicht ausgepowert – und das ist natürlich auch gut so! 🙂 Und ich freue mich jetzt schon auf meine Tasse Kaffee an der Strandpromenade…

Quentin Greban, Illustrator, Orient
So weit, so gut! Thienemann-Esslinger, 2008

Die Monsieurs freuen sich ebenfalls riesig und gleich wurde auch schon wieder eines unserer Lieblingsbücher hervorgeholt, das es zwar leider nur noch antiquarisch gibt, aber kaum besser als ein anderes auf einen Urlaub in Marokko vorbereitet: Von So weit, so gut! haben wir einst fünf Exemplare für jeweils 2,50 € gekauft und verschenken diese nun nach und nach für die orientalischen Momente im Leben!

In zwei Monaten geht es los, es gibt noch einiges zu planen – und wir freuen uns sehr! 🙂

P.S. Wer sich fragt, warum es nun ausgerechnet Marokko sein muss, wenn doch die Flugverbindungen so katastrophal sind: Wir haben tatsächlich so etwas wie eine Tante in Marokko, sogar mehrere! 🙂

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