Spracherwerb à la Nadia Budde

Jedes Mal sage ich es wieder: Pappbilderbücher für die Kleinen finde ich echt schwierig. Genauso wie Bücher für Erstleser übrigens. Es ist so, als würde man ganz simpel anfangen, dann großartige Bilderbücher vorlesen, damit das Kind wieder zum ganz Simplen zurückkehren kann. Hier kommt jedenfalls wieder mal ein schönes Beispiel dafür, wie es auch gehen kann – und zwar sowohl für die ganz Kleinen als auch für die Erstleser: Die Messieurs 2 und 3 amüsieren sich gleichermaßen.

1999 erschien Nadia Buddes Eins zwei drei Tier, von dem hier bereits Dunja Schnabel berichtet hat. Mittlerweile kennt wohl jeder lesende Dreijährige sämtliche Tiere, Fahrzeuge und Gegenstände in Haus und Kindergarten. Deshalb ist es nun an der Zeit für Taranteln, Hornissen, Riesen, Vampire – und: Gwen-Luise. Denn nichts reimt sich besser auf Riese!

In dem ihr so eigenen Sprachhumor lässt Nadia Budde allerlei vermeintlich gruselige Geschöpfe auffahren, die aber aufgrund ihrer so eigenen Illustrationskunst gar nicht gruselig sind, sondern ziemlich lustig. Ebenso wie die Reime. Immer drei Gestalten führen zum Reim einer vierten, wovon dann wiederum drei zum nächsten führen. Drei Haie sind zum Beispiel launisch, fröhlich, nett und treffen auf ein – Na? – Skelett! Für alle, die meine krude Nacherzählung nicht nachvollziehen können, gibt es an dieser Stelle einen Blick ins Buch.

Wir lieben Eins zwei drei Vampir jedenfall sehr – Monsieur 3 kann es tatsächlich auswendig und kennt jetzt nicht nur Bienchen und Marinis, sondern auch Hornissen und Zecken. Danke, Nadia Budde! 🙂

Nadia Budde: Eins zwei drei Vampir. Peter Hammer Verlag 2018, ab 3 Jahren, 13,00 €.

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