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Ein Wimmelbuch der Antike: Ariadnes Faden

Willkommen in der griechischen Mythologie, wie sie noch keiner gesehen hat

Vielleicht fragt Ihr Euch manchmal, wie es dazu kommt, dass ich ausgerechnet dieses oder jenes Buch hier auf dem Blog vorstelle – Ariadnes Faden von Jan Bajtlik, erschienen im Lieblings-Moritz-Verlag, ist ein gutes Beispiel, um das mal zu erklären.

Just in der Zeit, als ich die Herbstvorschauen durchblätterte, schrieb Monsieur 1 eine Geschichtsarbeit über griechische Mythologie und war von den Sagen und Göttern und insbesondere Odysseus ziemlich angetan (was sich allerdings nicht in der späteren Note niederschlug). Jedenfalls dachte ich sofort: „Ach, guck an, Mythologie hast du ja in Sachbilderbüchern noch nie gesehen!“

Und jetzt weiß ich nicht, ob ich Punkt 1 oder Punkt 2 zuerst näher ausführen soll… beginnen wir nochmal mit der Schule: Monsieur 1 besucht ein altsprachliches Gymnasium, das er sich (nicht wegen der Altsprachlichkeit) ausgesucht hat und viele Eltern vor dem Schulwechsel fragen mich, ob das denn alles wirklich Not täte mit der Altsprachlichkeit und allem, was dazugehört.

Bei dem „alles was dazugehört“ bin ich mir manchmal auch nicht so sicher (vielleicht erinnert sich der eine oder die andere noch an meinen Job in der Schulsozialarbeit, seit dem habe ich für altsprachliche und humanistische Befindlichkeiten nur noch sehr wenig Verständnis). Was mir jedoch durch die Fragerei auffällt: Ja, die Altsprachlichkeit tut für mich Not. Latein, die griechischen Sagen, die römischen Götter – ja, das braucht man irgendwie im Leben. Ich finde es schön, wenn man weiß, was „wie Phönix aus der Asche“ oder „Das ist ja eine Sisyphos-Aufgabe!“ oder „Trojaner“ bedeuten und ich mag es, mir mit meinem Latinum bestimmte Fremdworte oder eben Wörter aus dem Französischen oder Italienischen zu übersetzen. Dieses Wissen ist nicht lebensnotwenig, aber wenn man es hat, ist es gut. Ich mag das.

Der zweite Punkt, weshalb es ausgerechnet Ariadnes Faden auf den Blog geschafft hat: Es. ist. Mal. Was. Anderes. Ich blogge jetzt regelmäßig seit dreieinhalb Jahren und das bedeutet, dass ich mich riesig freue, wenn ich Bücher entdecke, die mal etwas Neues wagen und nicht dasselbe wiederkäuen, was im Verlagsprogramm der Konkurrenz bereits gut funktioniert hat, und die den neuesten Trend auf dem Kinderbuchmarkt (Feminismus! Klimaschutz! Bienen! Bienen! Bienen!) einfach mal ignorieren.

Und nach diesem langen Vorwort kommen wir nun endlich zu Ariadnes Faden, hier ist erst einmal das Cover:

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Ariadnes Faden, Moritz Verlag 2019

Der polnische Grafikdesigner und Typograph Jan Bajtlik, der 2015 auf der Kinderbuchmesse in Bologna für Alphatoddler ausgezeichnet wurde, hat sich den griechischen Sagen und Mythen auf eine ganz besondere Weise gewidmet: Er hat sie sehr detailverliebt in einem Wimmelbuch verarbeitet und verbindet alle Geschichten mit einem großen Labyrinth. Hier sehen wir zum Beispiel das berühmte Holzpferd der Trojaner:

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Aus: Ariadnes Faden, Moritz Verlag 2019

Oder hier das Labyrinth des Minotaurus:

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Aus: Ariadnes Faden, Moritz Verlag 2019

Ob die Büchse der Pandora, die Herkulesaufgabe oder die Achillesferse – nachdem man sich durch das gesamte Labyrinth von vorne bis hinten durchgewunden hat, ist man fit in griechischer Mythologie und weiß, wo all diese Begrifflichkeiten herkommen. Und das ist wahrlich keine Odyssee, zwinker-zwinker!

Für alle, die es ganz genau wissen wollen (oder vielleicht auch mal einen Test schreiben…), hat Jan Bajtlik zusätzlich ein Glossar verfasst, das in dem großformatigen Buch auch nochmal ganze sechzehn Seiten füllt. Ansonsten ist es aber auch einfach ein tolles Sachwimmelbilderbuch, das man auf den Wohnzimmertisch legen kann, weil es alle zwischen 4 und 99 erfreuen wird. Denn mal ehrlich: Wo gibt es heutzutage noch so wilde Geschichten wie in der griechischen Mythologie?!

(Hier entlang geht es zur Leseprobe.)

Jan Bajtlik: Ariadnes Faden (Übersetzung: Thomas Weiler). Moritz Verlag 2019, ab 8 Jahren, 24,00 €.

 

1 Kommentar »

  1. Hallo Juli,
    das sieht nach einem genialen Buch aus! Das werde ich ganz bestimmt kaufen und mit meinen Kindern lesen und anschauen. Die griechische Mythologie hat mich nie so sehr interessiert. Nachdem ich nun „Ich bin Circe“ gelesen habe, fing ich an, mich mit all den Göttern und Halbgöttern usw. zu beschäftigen und es hatte mir Spaß gemacht. Dieses Wimmelbuch ist genau die richtige Ärgenzung, wenn man klein anfangen will. Danke für die Buchvorstellung!
    GlG, monerl

    Gefällt 1 Person

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