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3 Gründe, warum Panda-Pand von Saša Stanišić so toll ist

Ein vielschichtiges Vorlesebuch für alle ab 5

Mein verehrtes Publikum, die Geschichte von Panda-Pand – Wie die Pandas mal Musik zum Frühstück hatten ist theoretisch in einem Satz erzählt: Ein Panda entdeckt, dass man auf Bambusrohren flöten kann und begeistert seine Freund:innen dafür. Dass Saša Stanišić, vielfach ausgezeichneter deutsch-bosnischer Schriftsteller, das in seinem mittlerweile zweiten Kinderbuch gut machen würde – daran bestand wohl kein Zweifel. Und trotzdem war ich beim Vorlesen überraschend begeistert. Hier kommen meine drei Gründe, warum ich Panda-Pand für eines der vielschichtigsten und damit großartigsten Kinderbücher 2021 halte. Zunächst jedoch das Cover:

Saša Stanišić, Günther Jakobs, Vorlesebuch, vorlesen, ab 5, Grundschule, Familie, Bilderbuch
Pandapand, Carlsen 2021

Grund 1: die Sprache

Die Töne der Flöte klingen nicht nur, sie stecken fest, müssen befreit werden, sind schwindelig, gemütlich, müde und fließen ineinander – selten war Musik so greifbar! Hinzu kommen Wortschöpfungen wie Pflöte oder pandesisch – hier hatte jemand sichtlich Freude am Schreiben.

Grund 2: das Sozialgefüge

In Bilderbüchern sind vielschichtige Charaktere eher selten, doch hier gibt es einen Panda, der am allerallerliebsten rauft, aber auch sehr fürsorglich sein kann. Und die Hauptfigur ist ein Panda mit dauerhaft mittelmäßiger Laune. Am Ende flöten und musizieren tatsächlich nicht alle Pandas des Bambuswaldes miteinander, wie man es in Bilderbüchern gewohnt ist – manche haben Bock weiterzumachen, manche essen die Pflöte einfach auf. Wie im echten Leben halt.

Grund 3: das Kulturelle

(Vor-) Leser:innen bekommen in Panda-Pand die Möglichkeit, kleine Literaturwissenschaftler:innen und Textanalytiker:innen zu werden. Mit schöner Regelmäßigkeit werden sie daran erinnert, dass Geschichten auch ganz anders erzählt werden könnten, dass Pandas nicht Peter heißen müssen, nur weil es eine so hübsche Alliteration ist. Meine Lieblingsszene ist die, in der Nicht-Peter beginnt, ein Stück von Bach zu spielen und der Text sich dann mit den Worten unterbricht: „Warum sollte man auch gleich europäische Musik spielen in China?“

Was bleibt noch zu sagen? Ich liebe die Illustrationen von Günther Jakobs dazu. Hier entlang geht’s zur Leseprobe und hier könnt Ihr sehen, wie Günther Jakobs Pandas malt (die nächste Quarantäne kommt bestimmt…):

Saša Stanišić, Günther Jakobs: Panda-Pand. Wie die Pandas mal zum Frühstück Musik hatten. Carlsen 2021, ab 5 Jahren, 12,00 €.


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