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Frauenleben im Lauf der Zeit

Geschichte aus der Perspektive von Frauen

Finger hoch, wer nicht schon mindestens einmal in ihrem Leben gedacht hat „Äh, die 50er haben angerufen und wollen ihre Werte und Normen zurück!“… Ja, heute ist das Leben für viele (aber bei weitem nicht für alle und eine weiße Aufsichtsrätin macht noch keine Gleichberechtigung) Frauen besser als früher, aber wenn man sich den Gender Pay Gap, die Pink Tax, den Care Gap, die Notwendigkeit der Istanbulkonvention oder weibliche Rentenbescheide anschaut, dann fragt man sich schon, wie lange es noch dauert, bis wir echte, gelebte Gleichberechtigung erfahren werden und ob diese wenigstens unseren Kindern vergönnt sein wird.

Ihr wisst es noch aus Eurer eigenen Schulzeit und seht es vermutlich auch bei Euren Kindern: Geschichtsunterricht beschäftigt sich nahezu ausschließlich mit dem Leben und Wirken großer (weißer) Männer. Karl der Große, Ludwig IX., Martin Luther, Albert Einstein und so weiter und so fort. Hier ein Kriegsherr, dort ein Papst, Frauen kommen dabei kaum vor – das erinnert an Pénélope Bagieu, die für ihre Unerschrocken-Comics die Lebensgeschichten der portraitierten Frauen anhand der Biographien berühmter Männer recherchieren musste…

Mit Frauenleben im Lauf der Zeit haben Katarzyna Radziwiłł und Joanna Czaplewska nun die perfekte Ergänzung zum allgemeinen Geschichtsunterricht geschaffen.

In dem großformatigen Sachbuch erfahren wir viel über das normale Leben normaler Frauen – fernab von politischen oder kriegerischen Entscheidungen, jedoch immer von deren Auswirkungen abhängig. Hier könnt Ihr einen Blick ins Buch werfen:

Zu welcher Zeit entstand die Arbeitsteilung in Jäger und Sammlerinnen? Welche Berufe hatten Frauen im alten Ägypten? Wie stand es um die Liebe im Mittelalter? Und wie veränderten die beiden Weltkriege das (berufliche) Verhältnis zwischen Männern und Frauen? Katarzyna Radziwiłł hat spannende Fakten zusammengetragen, die von Joanna Czaplewska großartig illustriert wurden. Das macht definitiv mehr Spaß, als sich das zehnte Gemälde vom Sonnenkönig anzugucken! 😉

Katarzyna Radziwiłł, Joanna Czaplewska: Frauenleben im Wandel der Zeit (Übersetzung: Martina Polek). Helvetiq 2021, ab 8 Jahren, 18,00 €.


2 Comments »

  1. Vielen Dank für den Hinweis, ich stimme dir in der generllen Ausrichtung auch zu. Mir sei als Mann – der im Übrigen auch nix von all den vielen Männern, die die Geschichtsbücher bevölkern hat, selbst das vermeintliche Privileg „für Höheres“ geboren zu sein ist ein Privileg, dass Männer kaum kennen, die Distanz von mir zu zB Goethe ist daher mit Sicherheit genauso groß wie die Distanz von dir zu Goethe -mir sei also nur der hinweis darauf gestattet, dass ich persönlich die Geschichtsschreibung nicht ändern und korrigieren würde. Es waren nunmal hauptsächlich Kerel, die „Geschichte“ schrieben. Nicht weil se toller sind, sondern weil nur Kerle – und zumeist im Übrigen auch nur wohlhabende – in die Position kamen. Frauen wurden und werden ja historisch nicht vergessen, es gab sie in dem Segment eben nicht, aus bekannten und berechtigt verurteilten Gründen. Im Nachinein frauen in die Geschichtsbücher zu quetschen wird nicht funktionieren und wäre doch sogar kontraproduktiv. Platt gesagt: Wenn ich mitbekomme, dass durchaus auch um 1800 Frauen Geschichte mitbestimmten bedeutet das, dass nix geändert werden muss. Muss es aber. Ich kenne aber nun das Buch nicht, gewiss gibt es sporadische Ausnahmen, aber auch das ist eben Teil der Geschichte. Liebe Grüße!

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