Hörbuchexperten stellen ihr Lieblingshörbuch vor

Mi, Ma, Monika – es war klar, dass ich Kati Naumann so ankündige, oder? Falls Ihr es noch nicht wusstet: Die kleine Schnirkelschnecke Monika Häuschen und ihre beiden Kumpels, die von meinen Jungs (Lieblingsfolge: Warum schießen Bombardierkäfer?) und sicherlich auch von Euren Kindern sehr geliebt werden, wurden von Kati Naumann erdacht!

Über Kati Naumann gibt es aber noch eine ganze Menge mehr zu berichten. Zum Beispiel, dass sie mit ihrer Familie in Leipzig und London wohnt (da frage ich vielleicht nochmal nach, wie sie das macht) und dass sie viele Songtexte, Romane, Drehbücher und sogar ein Musical geschrieben hat.

Als wäre das nicht schon genug, hat Kati Naumann auch einen Kreativ-Blog rund um Monika Häuschen, in dem es nicht nur um die kleine Schnecke, sondern – wie auch in den Hörspielen – um Entdeckungen in der Natur geht und was man damit anstellen kann. Ich freue mich sehr, dass sie bei Und was hörst du so? dabei ist!

Und was hörst du so, Kati Naumann?

„Ich schäme mich, es zuzugeben, aber ich lese kaum noch. Jedenfalls nicht mehr einfach nur so, zum Vergnügen. Wenn ich lese, dann recherchiere ich in Fachbüchern oder aber ich muss meine eigenen Texte wieder und wieder lesen, bis sie mir so richtig schön zum Hals raushängen. Weil ich meine Arbeit leidenschaftlich liebe, bleibt mir kaum noch Zeit für etwas anderes. Dabei gibt es so viele Bücher, die ich unheimlich gern lesen möchte und deshalb kaufe. Mein Stapel der ungelesenen Waisenbücher wächst mit jedem Monat.

Meine Rettung aus diesem Dilemma sind Hörbücher. Ich kann sie im Auto und in der Badewanne hören, beim Bügeln und bei der Gartenarbeit. Letztens bin ich in der Garage sitzen geblieben, weil ich unbedingt noch ein Kapitel aus Theresa Prammers Wiener Totenlieder zu Ende hören musste. Und dann hab ich mich nicht mehr getraut auszusteigen und durch die Dunkelheit zur Haustür zu gehen.

Eins meiner absoluten Lieblingshörbücher ist der Thriller Ausgesetzt von James W. Nichol. Eigentlich ist das Ganze eher ein Hörspiel. Acht CDs lang Spannung, Atmosphäre, großartige Sprecher, ganz wunderbar dabei Gerrit Schmidt Foss als Psychopath. Ich hatte als Kind eine Märchenplatte von Schneewittchen und darauf sprach ein Schauspieler sämtliche Sieben Zwerge und zwar mit merkwürdig verstellter Stimme. Sowas gibt es bei Ausgesetzt nicht.  Jeder noch so winzige Charakter wurde mit einem eigenen Sprecher besetzt, der noch dazu phantastisch zu seiner Rolle passt. Da waren Könner am Werk und mir fällt auf Anhieb kein vergleichbar gutes Hörbuch ein.

Was höre ich noch so? Richtig gern Marc-Uwe Klings Känguru-Chroniken, wobei das ja eher Lesungsmitschnitte sind. Aber da stimmt für mich alles. Der trockene Witz, die abgedrehten und gleichzeitig stinknormalen Themen und Marc-Uwe Kling selbst, der so liest, dass ich mich wirklich frage, warum hier die Talente so ungerecht verteilt wurden. Wie kann jemand, der so toll schreibt, auch noch so toll vorlesen?

Kinderhörspiele haben in meinem Leben einen ganz besonderen Platz. Früher habe ich die Geschichten Vom braven Schüler Ottokar geliebt, die es jetzt wieder als Neuauflage gibt. Meine Kinder waren Fans von Benjamin Blümchen und ich habe natürlich mitgehört. Manche Folgen so oft, dass ich immer noch mitsprechen kann. Diese Hörspiele sind Teil unserer Familiengeschichte geworden. Wenn einer von uns eine spannende Neuigkeit hat, dann kündigen wir das immer wie Karla Kolumna mit „Sensation im Zoo“ an. Ich finde, Benjamin Blümchen hat auch heute nichts von seinem dicklichen Charme eingebüßt.  Mein Enkel hört das ebenfalls sehr gern.

Genauso wie die Geschichten um Rabe Socke. Es ist einfach zu schön, dass es auf der Welt jemanden gibt, der noch mehr Blödsinn macht als er. Und dann ist da noch der kleine Leo Lausemaus. Manchmal denke ich, die kleine Maus mit den ewig verständnisvollen und mit schier endloser Geduld gesegneten Eltern ist vor allem für Mütter und Väter pädagogisch wertvoll. Aber die kleinen Abenteuer von Leo und seinen Freunden, die Zeckereien mit der jüngeren Schwester, kleine und große Dramen, wie der Wegzug des besten Freundes, lassen die jungen Hörer ab Kindergartenalter mitfiebern und überfordern nicht bei etwa zehn Minuten Länge je Geschichte (vier auf jeder CD).

Es gibt aber noch eine Hörspielreihe, die mein Enkel oft hört und das ist Die kleine Schnecke Monika Häuschen. Und das tut er nicht, weil er die umsonst kriegt, denn ich schreibe sie. Diese Hörspiele höre ich natürlich auch, aber das kommt mir irgendwie gar nicht wie Arbeit vor, das ist wirklich reines Vergnügen.“

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