Man läuft Gefahr zu weinen, wenn man sich vertraut gemacht hat…

Seit ich zum ersten Mal Der kleine Prinz gelesen habe, habe ich immer diesen einen Satz im Kopf, wenn ich traurig bin, weil etwas zuende geht: Man läuft Gefahr zu weinen, wenn man sich vertraut gemacht hat.

Aus der kleinen feinen Hörspiel-Schmiede floff, die meine Familie und ich bereits seit Jahren schätzen – die Jungs wegen der Playmos, ich wegen Janosch (Oh wie schön ist Panama war meine allererste Rezension im Leben, die vergisst man nicht) -, kommt nun eine neue Hörspielfassung nach einer sehr modernen Übersetzung von Hans Magnus Enzensberger. Die beiden Hauptakteure werden von Christoph Maria Herbst (Pilot) und Nicolas Artajo (Kleiner Prinz) gesprochen.

Ich behaupte manchmal ein wenig ketzerisch, dass meistens die Menschen, die überhaupt nicht lesen, Der kleine Prinz gern als ihr Lieblingsbuch angeben. Doch als ich sie jetzt nach Jahren wieder gehört habe, diese kluge Geschichte in einfachen Worten und auch nach siebzig Jahren noch hochaktuell weil einfach zeitlos, da bin ich, vielleicht etwas altersmilde, innerlich zurückgerudert. Jeder kann in Der kleine Prinz Sätze finden, die ihn sein Leben lang begleiten – weil diese Sätze einfach großartig sind. Und ich kann verstehen, dass dieses Buch zum Lieblingsbuch wird.

Dass dem Zuhörer diese Sätze quasi sanft ins Ohr fliegen, dafür sorgt das wirklich tolle Sprecher-Ensemble, allen voran Christoph Maria Herbst, dem es gelingt, keinerlei Ironie in seine Stimme zu legen, in einer Hörspielproduktion, die nicht streng-philosophisch daher kommt, sondern leichtfüßig und für jeden zugänglich – was es zu einem Hörspiel für die ganze Familie macht.

Antoine de Saint-Exupéry: Der kleine Prinz (Übersetzung: Hans Magnus Enzensberger). Hörspiel ab acht Jahren, floff publishing 2017, 6,99 €.

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