Kindheitserinnerungen berühmter Fußballspieler und Überlegungen einer Jungsmutter

Habt Ihr Euch auch schon einmal überlegt, ob das Geschlecht Eurer Kinder Eure eigene Entwicklung irgendwie beeinflusst hat? Bei drei Söhnen stelle ich mir diese Frage schon des Öfteren. Würde ich als Mädchenmutter häufiger Kleider tragen und mich weniger praktisch anziehen (so wie früher)? Würde ich andere Gespräche mit anderen Eltern führen, wenn diese nicht auf dem Fußballplatz, sondern im Vorraum eines Ballettsaals oder im Reitstall stattfinden würden? Wäre mein Horizont ein ganz anderer? Würde ich mich besser mit Elsa als mit Ninjago auskennen?

Jetzt werden vielleicht gleich Stimmen laut, dass es ja nicht immer so sein muss. Dass es fußballspielende Mädchen und reitende Jungs gibt. Dass es wilde Mädchen gibt, deren Mütter sich ebenfalls praktisch anziehen müssen und ruhige Jungs, die ihren Müttern genügend Zeit lassen, sich zu schminken. Ich weiß das. Ich kenne sogar fußballspielende Mädchen und reitende Jungs. Ich habe einen Sohn, der darauf besteht, dass Pink keine Mädchenfarbe ist. Und ich kenne Jungs, die in Pink Fußball spielen (das sind nämlich die Jungs von Real Madrid).

Ich weiß aber auch, dass die Mädchenmütter, die ich damals in der Krabbelgruppe kennenlernte, meist ein völlig anderes Leben als ich führen, seit unsere Kinder aus dem Babyalter raus sind. Das kann man gut oder schlecht finden, auf alle Fälle kann man darüber nachdenken.

So wie es pferdenärrische Jungs gibt, gibt es wahrscheinlich auch welche, die Findet Nemo nicht für langweilig halten und die nicht genervt aufjaulen, wenn in der Muppets Weihnachtsgeschichte schon wieder gesungen wird. Jahrelang hatte ich darauf gewartet, dass die Monsieurs alt genug sind, um mit mir Filme zu gucken, die ich bereits seit Jahren und Jahrzehnten liebe – doch irgendwie kommen wir da nicht zueinander. Liegt das jetzt an meinem Mädchengeschmack? Man weiß es nicht.

Wenn es nach den Monsieurs 1 und 2 geht, würden sie vermutlich ausschließlich Ninjago, Star Wars und Skylanders gucken – gibt es alles nicht bei uns (außer manchmal Ninjago). Ich sehe es nicht ein, ihnen ausschließlich Filme und Serien zu zeigen, in denen martialische Wesen aufeinander einkloppen und „die Macht des Bösen“ ihr „wahres Potential“ erreicht. Weder finde ich das für ihre Entwicklung gut, noch habe ich Lust, mich daneben zu setzen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Kompromisse müssen her. Ein sehr guter Kompromiss ist die KIKA-Serie fußball HELDEN Comic, in der bekannte Fußballspieler_innen erzählen, wie aus ihnen bekannte Fußballspieler_innen wurden. Das Coole an der Serie: Sie ist eine Mischung aus Realfilm und Comic, was besonders dem comicfanatischen Monsieur 1 gefällt.

Sechs fußballbegeisterte Kinder (real) lernen die Lebensgeschichten von Fußballern (Comic) wie Lukas Podolski, Steffi Jones, Jérôme Boateng, Nadine Angerer, Günther Netzer oder Pelé kennen. Die Botschaft: Jeder hat mal klein angefangen (Funfact: Das Kleinsein ist nicht das Problem von Philipp Lahm gewesen, sondern von Manuel Neuer) und die wenigsten werden zum Fußballstar geboren.

Das Ganze wird sehr sympathisch und kurzweilig erzählt – und dann setze ich mich auch gerne daneben! 🙂

fußball HELDEN Comic. Universal Music/Karussell (1 DVD, 180 Min.), ab fünf Jahren, 12,99 €.

ISBN/EAN: 00602557167993
Sprache: Deutsch
Umfang: DVD – Gesamtspielzeit über 3 Stunden!
Erschienen am 28.10.2016

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