Der Ritter, der nicht kämpfen wollte

Eine Abenteurgeschichte für echte Leseratten

Der kleine Ritter Leo hat es nicht leicht: Eigentlich möchte er den ganzen Tag nur lesen, doch seine Eltern haben ganz andere Vorstellungen für seinen Lebensweg: Wie es sich für einen echten Ritter gehört, soll Leo kämpfen und Drachen besiegen. Da trifft es sich gut, dass im Nachbarort ein solcher sein Unwesen treibt, sofort wird Leo von seinen Eltern losgeschickt, um den Drachen zu zähmen und Ruhm und Ehre nach Hause zu bringen.

Notgedrungen steigt Leo auf sein treues Pferd Fred und reitet los – mit einem ordentlichen Bücherstapel im Gepäck. Wer nun denkt, dass Leo unbehelligt ins Nachbardorf reiten kann, der irrt. Nacheinander wird er von einem Greif und einem Troll angegriffen, Fabelwesen, die er aus seinen Büchern kennt. Diese packt er bei ihrer Eitelkeit, indem er ihnen Bücher zeigt, in denen von ihnen erzählt wird. Fasziniert hören die Fabelwesen zu und als Leo weiterreiten muss, schenkt er jedem zum Abschied sein Buch.

Irgendwann kommt Ritter Leo endlich bei seinem Ziel an – und rümpft erst einmal die Nase: In dem kleinen Städtchen riecht es überall nach Drachenschiss! Auf dem Marktplatz hat es sich ein roter Drache in seinem Dreck und Mief gemütlich gemacht und tyrannisiert durch seinen Gestank die Bewohner.

Was bereits bei Greif und Troll funktioniert hat, klappt auch beim Drachen. Leo stellt dem Lindwurm eine gemütliche Vorlesestunde in Aussicht, wenn dieser seinen Dreck wegräumt. Und da zeigt sich auch schon das Problem: Der Drache hat einfach nie gelernt, wie man aufräumt! Also zeigt Leo ihm, wie das geht, die Stadt ist wieder sauber und zur Belohnung liest Leo sechsmal die Drachengeschichte vor.

Dann reitet der stolze Ritter Leo zurück auf seine eigene Burg, wird dort von seinen jubelnden Eltern empfangen und darf als gefeierter Held endlich das tun, was er schon immer wollte:

Den ganzen Tag lang kann er nun

worauf er wirklich Lust hat tun:

Im Kreise gleichgesinnter Wesen

zu Hause bleiben und Bücher lesen!

Helen und Thomas Docherty, die wir bereits von Abrakazebra kennen, haben wieder gereimt was das Zeug hält und halten auch erneut eine Botschaft für ihre großen und kleinen Leser bereit: Während das zaubernde Zebra an Toleranz und ein friedliches Miteinander erinnerte, lässt uns der lesende Leo nicht vergessen, dass Kinder in erster Linie einen einzigen Weg gehen sollten – den, den sie möchten.

Helen und Thomas Docherty: Der Ritter, der nicht kämpfen wollte. (Übersetzung: Dorothee Haentjes-Holländer), Ellermann 2016, ab vier Jahren, 12,99 €.

 

ISBN/EAN: 978-3-7707-5736-7
Sprache: Deutsch
Umfang: 32 Seiten
Erschienen am 01.08.2016

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Ulrike Sokul sagt:

    Liebe Juli,
    kann es sein, daß mein Kommentar zu „Der Ritter, der nicht kämpfen wollte“ bei Dir im Spam-Ordner gelandet ist?
    Wordpress macht das gelegentlich ungefragt, wenn ein Kommentar einen Link enthält.
    Wenn Du es nicht mögen solltest, daß ich Links einflechte, werde ich das selbstverständlich respektieren. Obwohl der Sinn des Bloggens u.a. auch im Vernetzen, Verknüpfen und Querverweisen besteht.
    Mit freundlichem Gruß
    Ulrike von Leselebenszeichen

    Gefällt mir

    1. Juli sagt:

      Hallo Ulrike, dein Kommentar ist tatsächlich untergegangen, woran das nun genau lag, kann ich nicht mehr beurteilen – vieles klappt nicht, weil App und normales WordPress nicht mehr aufeinander abgestimmt sind seit einem letzten Update.
      Viele Grüße,
      Julia

      Gefällt 1 Person

      1. Ulrike Sokul sagt:

        Danke für die Befreiung meines Kommentars. 🙂
        Ja, es gibt Datensalat bei WP.
        Ich kontrolliere inzwischen regelmäßig den Spamordner, weil dort manchmals auch durchaus erwünschte Kommentare fälschlich „eingesperrt“ werden.

        Gefällt 1 Person

  2. Ulrike Sokul sagt:

    Bei dieser Gelegenheit muß ich Dir unbedingt noch ein älteres Bilderbuch von den Dochertys ans Vorleseherz legen: DER BÜCHERSCHNAPP
    Dort wird das Vorleseglück wird mit unwiderstehlicher Anziehungskraft in Szene gesetzt.
    Hier entlang zu meiner Rezension:
    https://leselebenszeichen.wordpress.com/2014/10/31/der-bucherschnapp/

    Gefällt 2 Personen

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