Autoren, Illustratoren und Sprecher stellen ihr Lieblingskinderbuch vor

Jonas Ratz, Spiegel online, Kolumne, Elternkolumne
Trottelini mit Pumasan, KiWi 2016

Jonas Ratz ist Eltern wie uns, die noch Zeit haben, im Internet zu surfen (Sagt man das überhaupt noch so?!) durch die Rubrik Elterncouch auf Spiegel Online bekannt, wo er sich im Wechsel mit anderen leidgeplagten Eltern auf die Couch legt. Zuletzt berichtete er zum Beispiel darüber, warum wohl kein Tramper in ein Auto mit Kindern einsteigen möchte.

Seine gesammelten Erfahrungen sind nun auch in einem Buch erschienen, das den schönen Titel Trottelini mit Pumasan trägt und 46 Kolumnen des zweifachen Vaters beinhaltet. Aber keine Angst, Jonas Ratz gibt auch hier keine Tipps, denn davon erhalten Eltern seiner Meinung nach von Geburt des ersten Kindes an genug. Dafür gibt es aber die 200 besten Wörter, die nur Kindern einfallen können.

Jonas Ratz erzählt uns von seinem Lieblingsbuch aus der eigenen Kindheit – doch ich bin mir sicher, dass seine vier und anderthalb Jahre alten Söhne es auch toll finden (werden):

„Max jagt dem Hund mit einer Gabel hinterher. Max muss deswegen zur Strafe ohne Abendessen ins Bett. Vor allem aber: Max trägt ein Wolfskostüm! Ausnahmslos kein Drei- bis Sechsjähriger dürfte sich dieser subversiven Coolness entziehen können. Ich zumindest war voller ehrfürchtiger – zugegeben etwas ängstlicher – Bewunderung für diesen seltsamen Max in Maurice Sendaks Wo die wilden Kerle wohnen, damals, als meine Mutter mir das Bilderbuch wieder und immer wieder vorlesen musste.

Maurice Sendak, Trottelini mit Pumasan
Wo die wilden Kerle wohnen, Diogenes 2013

 Ich konnte die wundervoll getexteten Zeilen über Max´ Reise in das Land, wo die wilden Kerle wohnen, natürlich längst auswendig. Kannte jede der herrlichen Sendak-Illustrationen von augenrollenden Ungeheuern, die an Ästen hangeln. Und wollte trotzdem immer wieder hören, wie dieser absolut furchtlose Max die zähnefletschenden Monster mit seinem Zaubertrick zähmt. Zum König der wilden Kerle wird. Als erste Amtshandlung „Jetzt machen wir Krach“ verordnet. Und am Ende – doch plötzlich weich geworden – mehr als ein Jahr lang zurück in sein Kinderzimmer segelt. Da stand es dann doch, das Abendessen. Und es war noch warm.“

Maurice Sendak: Wo die wilden Kerle wohnen. Diogenes 2013, ab vier Jahren, 20,00 €.

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