Menschen, die mit Kindern und Literatur zu tun haben, stellen ihr Lieblingskinderbuch vor

Die wunderbare Rike – da ist sie wieder! ❤

Rike Drust tummelt sich häufiger auf meinem Blog, tollerweise auch in meinem E-Mail-Postfach und ist sowieso eine meiner liebsten Internetbekanntschaften. Und endlich könnt Ihr sie auch in unserer liebsten Blog-Rubrik Und was liest du so? finden! Natürlich sollt Ihr auch ihren super Blog Infemme.com lesen und Euch eines ihrer Bücher kaufen – wer hat Muttergefühle noch nicht gelesen? Sofort nachholen!

Zufällig weiß ich, dass Rike einen sehr, sehr guten Geschmack hat, was Kinderbücher betrifft und frage deshalb ganz gespannt: Und was liest du so, Rike Drust?

„Eines meiner Lieblingsbücher aller Zeiten ist Wolkenbrot. Es handelt von zwei Katzengeschwistern, die eine Wolke mit nach Hause nehmen, die sich in einem Baum verfangen hat. Die Mutter macht daraus Brötchen, nach deren Verzehr alle schweben können. Wolkenbrot ist gebastelt und fotografiert und ganz bestimmt gibt es einen speziellen Namen für diese Technik, aber den weiß ich nicht.

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Wolkenbrot, Mixtvision 2004

Es steckt voller Details, die ich auch nach mehr als fünf Jahren immer noch begeistert anstarre. Das ist gut, weil ich es so oft vorlesen muss und musste, dass ich es vermutlich sogar rückwärts auswendig aufsagen könnte. Während ich also vorlese, wie  die Familie zu schweben beginnt, starre ich begeistert auf die wundervoll gebastelten Klamotten, Möbel, Gesichter und alles andere. Jede Seite zeigt mir nicht nur, wie sie aussieht, sondern wie sie riecht, wie warm es im Zimmer ist, wie die Stimmen klingen, in diesen Seiten schwingt wirklich alles mit.

Klar kann man jetzt diskutieren, ob das Familienbild zu klassisch ist, weil der Papa im schwarzen Anzug arbeiten geht und die Mutter eine Schürze trägt, aber das ist mir in diesem Fall egal. Dafür trage ich eben nie eine. Sondern schwärme meinen Kindern von dem Buch vor und gucke mir jede Seite so genau an, wie ich es das letzte Mal wahrscheinlich als Kind gemacht habe. Ich weiß genau, wie die Wolkenbrötchen nach dem Abbeißen aussehen, wie herrlich perfekt schief die Fenster oder das Kaffeegeschirr oder alles andere ist.

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Aus: Wolkenbrot, Mixtvision 2004

Und ich könnte vor Glück juchzen, wenn meine Tochter am einen Abend nach dem Lesen Wolkenbrot backen will, wir es am nächsten Tag machen, sie beim Essen versucht zu schweben und ihr am nächsten Abend kurz vorm Einschlafen einfällt, warum das nicht geklappt hat: „Wir haben vergessen, die Wolke reinzutun.““

 

 

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