Oder um genauer zu sein: Dänemark mit drei Kindern, einer Dauererkältung und sehr viel Spontanität

Wie die meisten unserer Ideen begann auch diese sehr groß, aber eben auch sehr spontan. Es scheint, als würden wir unsere gesamte Hirnkapazität, die für Struktur und logi(sti)sches Denken zuständig ist, im Job verbrauchen, um dann im Privatleben Meister der Improvisation zu werden.

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Große Pläne: Schweden mit dem Wohnmobil

Wer hier schon ein wenig länger mitliest, der weiß, dass wir die letzten beiden Weihnachtsferien in Marokko verbracht haben. Das reißt bei drei Kindern ein großes Loch ins Budget und auch ins Nervenkostüm (vor allem, weil es im letzten Jahr keine Direktflüge gab und wir auf dem Hinflug über Brüssel und auf dem Rückweg über München fliegen mussten und dort sogar übernachteten, weil es zu sehr schneite und… aber das ist alles eine andere Geschichte, die vielleicht irgendwann auch noch einmal erzählt werden möchte). Natürlich entschädigen knapp drei Wochen bei 25 Grad mitten in der Erkältungszeit für vieles, aber was wir nun feststellen mussten: Dieses Urlaubsgefühl reicht leider nicht für zwölf Monate aus.

Ursprünglich hatten wir gedacht, wir bleiben in den Sommerferien Zuhause, schließlich leben wir dort, wo andere Urlaub machen (im „echten Norden“), aber irgendwie ist es dann doch nicht dasselbe. Frei haben ist kein Urlaub. Vier Wochen Sommerferien sind diese Woche rum, wir waren gefühlt auf allen Spiel- und Fußballplätzen dieser Stadt, ich habe gefühlt fünfmal pro Tag die Spülmaschine ein- und ausgeräumt und die gefühlte Temperatur war auch eher durchwachsen. Ach ja: Und ich bin seit über zwei Wochen erkältet. Wie übrigens auch in den letzten Osterferien und in den letzten Herbstferien. Zuhause rumhängen tut mir scheinbar nicht gut (Zitat Hausarzt: „Wenn Sie wieder zur Arbeit gehen, geht das bestimmt weg!“).

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Leben, wo andere Urlaub machen. Aber irgendwann reicht der Kaffee im Lieblingscafé auch nicht mehr zum Entspannen…

Also beschloss der Mann, dass wir mit dem Wohnmobil durch Schweden gurken. Dieser Plan wuchs etwa drei Tage lang in unseren Köpfen zu einer guten Idee heran, um dann plötzlich und unerwartet aufgrund verschiedenster Schwierigkeiten wieder verworfen zu werden – und dann gab es auch kein mietbares Wohnmobil mehr. Ich stellte mich auf weitere drei Wochen Spielplatz, Spülmaschine und Schnupfen ein und aufgrund meiner dadurch entstandenen grandiosen Laune buchte der Mann, den man in diesem Zusammenhang gerne mal Göttergatte nennen darf, ein Ferienhaus in Kolding.

Kolding ist anderthalb Stunden Fahrzeit von uns entfernt – nördlich. Warum wir Schleswig-Holsteiner dann angeblich im „echten Norden“ wohnen, weiß auch niemand. Alle drei Messieurs sind es nicht gewohnt, längere Strecken mit dem Auto zurückzulegen und wer in diesem Jahr bereits eine 48-stündige Odyssee von Marrakesch nach Kiel hinter sich hat, der mag es nah, bequem und relativ günstig. Außerdem gibt es eine ziemlich besondere Attraktion in der Nähe von Kolding: das Legoland in Billund. Und zufällig hat einer der Messieurs am nächsten Wochenende Geburtstag… (Pssst! 😉 )

Am Montag machen wir uns also auf nach Dänemark. Im Gegensatz zu nahezu allen anderen Familien, die wir kennen, wird es unser erster Ferienhausurlaub sein (Wem jetzt ein zynischer Kommentar zum Thema „Spülmaschine ein- und ausräumen“ über die Lippen kommt, der schlucke ihn bitte hinunter.). Ich bin gespannt. Ich freue mich auf Kolding, das wirklich sehr schnuckelig zu sein und sich auf Urlauber mit Kindern eingestellt zu haben scheint. Ich freue mich auf dänische Spielplätze, neue Menschen und auf die Gesichter meiner Kinder, wenn sie vor dem Legoland stehen. Und ganz vielleicht bleibt ja auch meine Erkältung im „echten Norden“ zurück. Stay tuned! 🙂

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