Menschen, die mit Kindern und Literatur zu tun haben, stellen ihr Lieblingskinderbuch vor

Die Autorin Birgit Hedemann lebt mit ihrer Familie auf dem Land in der Nähe von Oldenburg, liebt ihren großen Garten und besonders die Pflanzen und Vögel darin – was lag da näher, als eine spannende Kinderbuchreihe daraus zu machen? Im Garten von Birgit Hedemann gedeihen Hammelmöhre, Saubohne und Schinkenwurz und diese alten Pflanzensorten sind auch die heimlichen Helden ihrer Erstleser-Reihe Almas geheimer Garten, aus der im Frühjahr der dritte Band Mit dem Schinkenwurz zu Goethe erschienen ist.

Birgit Hedemann, Und was liest du so?
Almas geheimer Garten, Südpol 2017

Mette und Theo finden im Garten von der alten Alma, die dort noch ältere Gemüsesorten züchtet, einen geheimen und magischen Tulpenbaum, mit dem sie in die Zeit reisen können – und das müssen sie auch, benötigt Alma doch dringend die Samen der Hammelmöhre (gibt es in der Steinzeit), der Saubohne (kannten schon die alten Wikinger) oder eben des Schinkenwurz (Vielleicht kann Dichterfürst Goethe helfen?).

Wenn die Gartenarbeit getan ist: Und was liest du so, Birgit Hedemann?

„Über die Frage, was mein Lieblingskinderbuch ist, habe ich eine ganze Weile nachgedacht. Als Kind hatte ich so gut wie keine Bücher. Für meine Eltern war Lesen nicht wichtig. Das wurde eher unter Zeitverschwendung eingestuft. Vorgelesen wurde uns Kindern schon rein gar nicht. Ganze vier Bücher gab es in meinem Kinderzimmer: Max und Moritz, Der Struwwelpeter, Die Struwwelliese und die Märchen der Gebrüder Grimm.

Astrid Lindgren, Klassiker
Die alte „Madita“-Ausgabe von Birgit Hedemann

Mein erstes Kinderbuch, das ich dann selber verschlungen habe, habe ich am Ende der 1. Klasse von meiner Klassenlehrerin, die im selben Haus wie meine Oma wohnte, geschenkt bekommen: Madita von Astrid Lindgren. Ich weiß nicht, wie oft ich dieses Buch gelesen habe. Ich habe Madita über alles geliebt. Sie war ein starkes Mädchen ohne Superkräfte wie Pippi. Sie war so stark und mutig, wie ich gerne gewesen wäre. Ich habe mich als Kind beim Lesen immer gerne weggeträumt. Und das ist eigentlich bis heute so geblieben: Lesen ist für mich Verreisen im Kopf.

Mit unseren eigenen Kindern haben wir unendlich viele Bücher angeguckt und gelesen. Ein Dauerbrenner waren die Bücher von Sven Nordqvist. Besonders Pettersson und Findus, aber auch Mama Muh. Noch heute lesen wir jedes Jahr im Advent Morgen, Findus, wird´s was geben. Später kam dann Das Sams von Paul Maar hinzu. Über diese Bücher haben wir uns köstlich amüsiert. Sehr gut gefallen mir auch die Bücher von Andreas Steinhöfel. Besonders die beiden Helden Rico und Oscar haben es mir angetan.

Zum Glück gibt es heute so viele tolle Kinderbücher, dass jedes Kind sein Lieblingsziel für den Urlaub im Kopf finden sollte.“

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