Menschen, die mit Kindern und Literatur zu tun haben, stellen ihr Lieblingskinderbuch vor

Mycha Schekalla, Kickstarter, bilingual
Darf ich vorstellen?! May I introduce?!

Heute möchte ich Euch in dieser unser aller Lieblingsrubrik nicht nur einen jungen Vater und seine Lieblingskinderbücher vorstellen, sondern auch dessen Kickstarter-Projekt. Mycha Schekalla ist Illustrator in Wuppertal und möchte via Kickstarter ein bilinguales Bilderbuch-Projekt finanzieren, das ich persönlich sehr unterstützenswert finde – schaut doch mal rein, Löwe Gregor erklärt in einem sehr witzigen Video, worum es genau geht!

Dass Mycha Zweisprachigkeit sehr wichtig ist, zeigt sich auch in seinen Buchtipps – und hier sind sie:

„Ich darf zuhause grade das frisch erschienene Antonia war schon mal da in Dauerschleife lesen. Geschrieben von Patrick Wirbeleit und illustriert von Max Fiedler.
Das Buch hat mich auf jeden Fall total aus den Socken gehauen. Diese unbeschwerten Illustrationen, der versteckte Witz, der Text in Reimform und die Farben sind eine Wohltat für das Auge. Und beim Vorlesen natürlich für die Ohren. Vor allem im visuellen Kinderbuch-Einerlei sticht dieses Buch exorbitant heraus.
Die Geschichte dreht sich um fünf ungleiche Freunde die auf eine Reise gehen wollen. Biber, Molch, Buntspecht und die kleine Igelin sind bereit, nur Antonia bleibt zuhause. Denn sie war angeblich schon überall. Eine überraschende Schnitzeljagt für die vier Tiere beginnt und man kommt aus dem Staunen über die herrlichen Doppelseiten nicht mehr raus. Selbst beim Vorlese-Tageshoch mit zwei Kindern greift man gerne nochmal zu diesem Buch. Und nach dem zehnten Mal können alle den Text, versprochen. Dann kann man sich als Elternteil das Ding ganz entspannt vom Nachwuchs vorlesen lassen.
Patrick Wirbeleit, Max Fiedler
Antonia war schon mal da, Reprodukt 2017
Das Buch ist erschienen im Reprodukt Verlag und kommt aus bester Gesellschaft, denn das Verlagsprogramm bedient so gut wie alles rund um Comics, Graphic Novels und Kinderbüchern. Hier ist für jede Altersgruppe etwas dabei und kickt ordentlich.
Einen Klassiker möchte ich auch gerne noch mit ins Spiel bringen. Ein gutes Drittel unseres Bücherregals machen fremdsprachige Erscheinungen aus. Da ich selbst Comics und Graphic Novels (gerne im Original) verschlinge und es tausend gute Kinderbücher gibt, die nicht ins Deutsche übersetzt wurden (Warning: Do not open this book! von Lehrhaupt/Forsythe oder Vad har du bakom ryggen? von Lena Sjöberg), war das für mich gar keine Frage ob man unseren Kindern von klein auf nicht auch mal fremdsprachige Bücher vor die Linse halten sollte.
Jetzt ist es schwer da das beste Buch rauszusuchen, deswegen versuche ich es mit einem Klassiker im Original: What Do People Do All Day? von Richard Scarry, erschienen im Random House Book Verlag.
Wer Scarry kennt, der weiß wie gut seine Illustrationen sind. Hier kann man überall etwas entdecken, erklären und verstehen. Als Eltern kriegt man das Grinsen nicht von den Backen, wenn debil dreinblickende Tiere angelaufen kommen um sich ihren Lohn (im Original einen ‹bag of money›) vom Hasen Stitches abholen, weil sie das Haus fertig gebaut haben. Eins der wenigen Bücher die ich noch aus meiner Kindheit her kenne. Scarry hat so viele gute Bücher geschrieben, da ist das nur eins von Hunderten.
What do people do
What do people do all day? Randomhouse 2015
Ich habe es im Original in englischer Sprache und bis jetzt hat sich weder von der eigenen Frau noch den Kindern jemand beschwert, etwas nicht zu verstehen. Die Bilder sprechen für sich, aber ich habe das Gefühl ich erweitere irgendeinen Horizont im Kopf meiner Kinder. Oder vielleicht will ich mein eigenes Vokabular nur etwas auffrischen, weil wirklich jedes noch so kleine Objekt mit entsprechendem englischen Namen versehen ist. Wer weiß.
Wenn es für mich als Illustrator nicht sowieso wichtig wäre zu wissen, was anderswo in Sachen Kinderbüchern ganz weit vorn ist, dann würde ich trotzdem vermuten so etwas bereichert jedes Bücherregal.“
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