Die Welt aus den Augen einer Achtjährigen

Vor einiger Zeit saß ich an einem Blogpost über meine Lieblingsbücher als etwa Zehnjährige und nachdem ich einige Tage später Ich bin hier bloß das Kind in den Händen hielt, kann ich mit Fug und Recht behaupten, dass es definitiv auf die Liste mit meinen Lieblingsbüchern gekommen wäre, hätte es denn schon Ende der achtziger Jahre existiert. Es erinnert mich sehr an meine liebsten Mädchengeschichten von Christine Nöstlinger oder Dagmar Chidolue.

Ich bin hier bloß das Kind hat alles, was ein gutes Kinderbuch in meinen Augen braucht: witzige Dialoge, nachvollziehbare Charaktere und nicht zuviel Heile-Welt-Geschehen.

Im Mittelpunkt steht die achtjährige Johanna Maria Magdalena Knispel, kurz Hanna genannt. Und die hat einiges zu tun mit ihrer Mutter und deren Mama-weiß-alles-besser-Gesicht, dem Motorrad versessenen Zweitpapa Eberhard und der zickigen Klassensprecherin Daniela Roggenknecht. Von diesem Leben eines Grundschulkindes erzählt die Autorin Jutta Richter so witzig und natürlich, dass es auch als Erwachsener Freude macht, das Buch  (vor-) zu lesen – trotz aller Übertreibungen ist die Geschichte nah am Kind, das weiß ich zufällig aus erster Hand, denn Hannas Erlebnisse in der Schule ähneln denen meines Ältesten sehr (hier gibt es eine Leseprobe).

Wer also Lust hat, seinem Kind ein richtig schönes Klartext-Buch vorzulesen, liegt mit Ich bin hier bloß das Kind genau richtig. Und wer sich dann noch für die die Innenansichten von Hunden, Hamstern oder Ponys interessiert, dem sein gesagt, dass es bei Hanser eine ganze Reihe dieser Innenansichten gibt, alle ebenso lustig illustriert von Hildegard Müller.

Jutta Richter, Hildegard Müller: Ich bin hier bloß das Kind. Hanser 2016, ab acht Jahren, 10,00 €.

ISBN/EAN: 978-3-446-25308-7
Sprache: Deutsch
Umfang: 128 Seiten
Erschienen am 26.09.2016

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