Geschenke, Geschenke – aber sind sie auch alle sinnvoll?

Béa von Tollabea.de und die Initiative Du bist ein Gewinn von der Deutschen Fernsehlotterie riefen zu einer Blogparade zum Thema #sinnvollschenken auf, indem sie fragten, was es für jeden von uns bedeutet, Sinnvolles zu verschenken – eine gute Frage in einer Zeit, in der sowohl der Konsum als auch die Konsumkritik immer lauter werden. Ich fühlte mich jedenfalls sofort angesprochen.

„Ja, haha!“ werdet Ihr sagen. „Es ist ja sonnenklar, was jetzt kommt. Die gute Frau hat einen Bücherblog und wird uns jetzt erzählen, dass sie ihren Kindern ausschließlich Bücher unter den Baum legt und dass Lesefreude zu schenken das sinnvollste Geschenk ist, das man machen kann!“

Ersteres: nein. Zweiteres: ja. Ganz allgemein achten wir darauf, dass der Plastikberg im Kinderzimmer nicht immer größer und größer wird. Nichtsdestotrotz steht bei drei Söhnen Ninjago/Star Wars/Playmobil Drachenwelt ganz oben auf dem Wunschzettel – und das sollen sie auch haben, keine Frage. Gleichzeitig lassen wir uns von der Verwandtschaft sinnvolle, coole Sachen schenken, wie zum Beispiel Fahrradhelme oder Roller.

Immer jedoch, zu jedem Fest, zu Weihnachten, Geburtstag oder Einschulung, gibt es bei uns ein Buch. Denn Bücher sind für mich neben Zeit tatsächlich das Sinnvollste, das man Kindern schenken kann. Warum? Hier sind nur drei der zahlreichen Gründe, warum Vorlesen, Lesen und Bücher für Kinder so sinnvoll sind:

1. Sprache

Kinder lernen durch die Sprache in Büchern immens viel für ihren eigenen Spracherwerb. Dafür kann man beispielsweise die Sprache der Märchen anführen, die Kinder heutzutage ohne das Vorlesen nicht mehr hören würden, doch man muss gar nicht so weit greifen: Durch das Lesen von Büchern wird Kindern unter anderem das Präteritum so vertraut, dass diese Zeitform später in der Schule nicht eine weitere trockene Grammatikübung wird, sondern ganz selbstverständlich für sie ist. Das geht wirklich nur noch mit Büchern, oder kennt Ihr jemanden, der statt „Ich habe gestern ein Buch gelesen.“ „Ich las gestern ein Buch.“ sagt?

2. Ferne

Bücher öffnen das Tor zur Welt. So kitschig dieser Satz klingen mag, so wahr ist er auch. Durch Bücher erfahren Kinder von Dingen, mit denen sie in ihrem Alltag vielleicht nie oder zumindest zunächst nicht in Kontakt kommen würden. Damit meine ich nicht einmal die Tiere Afrikas oder das Leben der Indianer, sie lernen einfach andere Lebensumstände, andere Familienkonstellationen, andere Religionen und andere Traditionen, kurz: andere Ansichten kennen. Dieses Wissen hilft Kindern, die Welt um sich herum einzuordnen und sich Klarheit zu verschaffen. Und wenn man seine eigene Welt für sich sortiert hat, ist man auch toleranter gegenüber der Welt der anderen – gerade in der heutigen Zeit ein ganz wichtiger Aspekt.

3. Nähe

Von wo aus kann man am besten fremde Welten entdecken? Natürlich vom Schoß einer lieben, vertrauten Person! Das Schönste am Vorlesen ist doch diese Kuscheligkeit, die Nase ins meist wohlriechende Kinderhaar zu stecken, Wange an Wange in ein Buch zu gucken und dort Neues zu entdecken – unbezahlbar und für mich das Sinnvollste, das ich meinen Kindern und mir selbst schenken kann!

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