… wieso das denn? Zuviel Zeit, oder was?

Ja, vielleicht ein bisschen. Zumindest habe ich gerade Elternzeit, dank Monsieur 3. Und wo es einen Monsieur 3 gibt, gibt es auch einen Monsieur 1, der dieses Jahr in die Schule kommt und einen Monsieur 2, der vier Jahre alt ist. Da sollte man meinen, dass die nicht kleiner werdenden Wäscheberge und die Staubflusen in den Ecken Aufgabe genug sind, doch jetzt nach drei Monaten Zuhause möchte der Kopf auch plötzlich wieder eine Aufgabe haben. Und da der Kopf gerne denkt und liest und schreibt, müssen fortan die Wäscheberge manchmal warten und die Staubflusen sich noch ein wenig vermehren. Soviel also zum Thema „Zeit“.

Nun vielleicht etwas zum Thema „Bücher“. Meine Mutter erzählt gerne, dass ich einen Monat nach der Einschulung lesen konnte. Ich erzähle gerne, dass ich kleiner Nerd (Gab es die eigentlich schon in den 80ern?) regelmäßig meine Bücher katalogisiert und dann mit mir selbst Bücherei gespielt habe. Diese Geschichte kommt immer gut an, denn niemand, der mich als Erwachsene kennengelernt hat, kann sich das vorstellen. Lange Rede, kurzer Sinn: Bücher haben von klein auf eine sehr große Rolle in meinem Leben gespielt (und bisher ist es mir auch Gott sei Dank gelungen, das an meine eigenen Kinder weiterzugeben).

19jährig saß ich dann zwischen dem schriftlichen und dem mündlichen Abi bei der Berufsberatung und der Berater stellte mir einen Beruf nach dem nächsten vor und ich schüttelte bei jedem nur den Kopf. Nach einer Stunde fragte er entnervt „Was wollen Sie denn eigentlich machen?“ und ich sagte „Am liebsten würde ich Germanistik studieren, aber damit wird man ja nichts.“ Und dann studierte ich Neuere Literaturwissenschaft, Germanistik und Kulturwissenschaft.

Ob damit etwas aus mir geworden ist, ist eine andere Frage. Immerhin habe ich jetzt einen Job, bei dem ich aktuelle Verlagsvorschauen erhalte und das ist doch schon mal was. Im Frühjahr und im Herbst sehe ich also, was es auf dem Kinder- und Jugendbuchmarkt so Neues gibt. Da ist jedesmal sehr viel Quatsch dabei, aber eben auch kleine Perlen von kleinen Verlagen, die in den Buchläden einfach untergehen.

Und so kommen wir schon zum Sinn und Zweck dieses Blogs: Durch meine Söhne fliegt in unserem Haushalt eine große Bandbreite vom Pappbilder- bis zum Erstleserbuch herum. Ich selbst höre mir auch gerne mal einen guten Jugendroman als Hörbuch an. Und durch meinen Job habe ich einen ganz guten Überblick über Neuerscheinungen. Aus diesem großen Ganzen speist sich dieser Blog und soll die Titel in den Vordergrund stellen, die hinter der immer wieder gleichen Lausemaus-Kokosnuss-Einheitsbrei-Maschinerie kaum gefunden werden können.

Also, ich hoffe, dass das hier alles so wird, wie ich mir das vorstelle und auf Euch als Leser freue ich mich natürlich ganz besonders!

Bis bald!

 

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