Menschen, die mit Kindern und Literatur zu tun haben, stellen ihr Lieblingskinderbuch vor

Frohes neues Jahr! Ja, ich weiß, wir haben beinahe schon Mitte Januar, doch hier auf dem Blog war es durch unsere Marokko-Reise ja ein wenig ruhiger in den letzten Wochen. Nun sind wir aber wohlbehalten im deutschen Alltag angekommen und legen gleich los mit einem Beitrag in meiner Lieblingsrubrik.

Heiko Wolz hat sich über die Feiertage netterweise die Zeit genommen, einen Text über seine liebsten Kinderbücher zu schreiben – und das ist wirklich nett, denn der Mann ist immerhin Vater von vier Kindern und Ihr wisst ja selbst, wie das so während der Ferien ist. Doch kein Problem für Heiko Wolz, der Mann hat alles im Griff: Nach einer Laufbahn als Buchhändler und Mitarbeiter in einem Wohnheim für Menschen mit geistiger Behinderung wurde er kurzerhand von seiner Familie zum Hausmann erklärt. Familie Wolz lebt mit Hund, Katze, Maus auf dem Land in Unterfranken, nebenbei schreibt Heiko sehr witzige und sehr vielfältige Romane für Kinder wie zum Beispiel Allein unter Superhelden und Vorsicht Geisterjäger!, Mein bestes Fußballspiel für Leseanfänger oder Frida Superstar und Albert Zweisteins Zeitkanone.

„Autoren und Illustratoren stellen ihr Lieblingskinderbuch vor. Klingt einfach, ist es aber ganz und gar nicht. Gibt es das überhaupt, das Lieblingskinderbuch? Wenn, dann müssten es doch BÜCHER sein, denn mit fünf Jahren lese oder betrachte ich andere Bücher als mit zwölf.

9783836941365Die ersten Bücher meiner Kindheit gingen dann auch schon im Erinnerungsnebel verloren, wahrscheinlich war es die Raupe Nimmersatt und Ähnliches. Eins der ersten Bücher meiner Kinder dagegen habe ich noch sehr lebhaft in Erinnerung: Kribbel-Krabbel, mein lustiges Fingerspielbuch. Mit den Fingern greift man durch die Seiten und erweckt so die Figuren zum Leben. Eine schöne Hinführung zum Lesen für die Allerjüngsten, wenn sie erleben, dass zwischen zwei Buchdeckeln Spannendes passieren kann!

Leo Lionis Frederick hat dann sowohl mich als auch meine Kinder begeistert. Die Geschichte der Maus, die Farben und Wörter für den Winter sammelt, ist so schlicht und einfach und gleichzeitig wunderschön.

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Wenn wir gerade beim Winter sind, muss ich auch auf Es klopft bei Wanja in der Nacht hinweisen, ein Buch, das ich als Kind selbst nicht kannte, das mittlerweile bei uns zu Hause aber fest zur alljährlichen Winterlektüre gehört. Immer wieder machen wir es uns damit vor dem prasselnden Kamin gemütlich und staunen darüber, wie friedlich die unterschiedlichsten Geschöpfe doch miteinander auskommen können – und sei es nur für eine Winternacht.

978-3-499-21627-5Jetzt aber der Sprung zu einem meiner absoluten Lieblingsautoren – damals und heute. Roald Dahl. Im Grunde sollte jedes Kind alle Bücher von ihm lesen. Warum? Weil sie einfach zu schön sind, um nicht gelesen zu werden. James und der Riesenpfirsich, Matilda, Sophiechen und der Riese, Charlie und die Schokoladenfabrik oder Danny und die Fasanenjagd – allesamt wunderbar schräg, spannend und mit einem ganz speziellen Humor geschrieben. Ich liebe sie!

Davy Crocketts Abenteuer von Tom Hill haben mich dann in die Weite Amerikas gezogen. Seltsam, dass ich mich heute kaum noch an eins dieser Abenteuer erinnern kann. Dass sie mir viel bedeutet haben, sieht man aber daran, dass dieses Buch als eins der wenigen aus meiner Kindheit sämtliche Umzüge und jegliches Ausmisten überlebt hat und immer noch in meinem Bücherregal steht. Vielleicht sollte ich es wieder einmal zur Hand nehmen?

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Leonard Franks Die Räuberbande markiert für mich dann das Ende der Kinderbuchzeit oder anders gesehen der Aufbruch in eine neue literarische Welt. Einerseits noch ihren Kindheitsträumen nachhängend, irgendwann einmal ein Schiff zu kapern und sich auf und davon zu machen, erlebt die Bande rund um Oskar, den bleichen Kapitän, die harte Realität ihrer Zeit. Für mich eine der bewegendsten Geschichten über das Erwachsenwerden und eine absolute Leseempfehlung.“

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