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Hugo & Hassan

Ein Kindercomic – derbe, witzig und derbe witzig

Manchmal merke ich, dass ich völlig unbeabsichtigt in eine „Länder“-Phase schlittere, die sich dann auch auf meine Blogeinträge auswirkt. So gab es hier zum Beispiel schon einmal eine französische Phase – ausgelöst wird das Ganze meist durch Serien. Meine beiden letzten Marathons? Die Wege des Herrn (unbedingt gucken!), Rita (ich bin noch nicht ganz sicher) und als nächstes werde ich mich wohl endlich Borgen widmen. Aufgepasst und mitgedacht: Zumindest gedanklich befinden wir uns gerade in Dänemark! Und irgendwie mag ich das, dieses Geduze und dass ständig jemand eine Bodum-Kanne auf einem Tablett hereinträgt.

Nach dieser etwas holprigen Einleitung kommt nun eine umso schönere Überleitung: Wisst Ihr, wer auch Kaffee in einer Bodum-Kanne serviert? Die Mutter von Hugo aus dem Kindercomic Hugo & Hassan! Denn – Überraschung! – Hugo, Hassan und ihre Familien leben in Dänemark und dort geht es scheinbar ziemlich lustig zu (außer, man wird in eine Pastoren-Familie hineingeboren, aber wir sprechen hier heute nicht über Die Wege des Herrn).

Kim Fupz Aakeson, Rasmus Bregnhøi, Comic, Kindercomic, Grundschüler, Jungs, selber lesen, kurze Texte, witzig, Familie, Multikulti
Hugo & Hassan, Klett Kinderbuch 2020

Hugo und Hassan lernen sich eines öden Nachmittags auf einem Looser-Hinterhof kennen und nachdem sich die beiden erstmal abgecheckt haben, sind sie Freunde und machen ordentlich Quatsch zusammen. Ziemlich normalen Quatsch, fern ab von durchgeplanten Nachmittagen, mit Eltern, die nur mal den Kopf durch die Tür stecken um daran zu erinnern, dass es mal an der Zeit wäre raus zu gehen, anstatt die ganze Zeit YouTube zu gucken.

Und so erleben Hugo und Hassan ihre kleinen Abenteuer. Aufschneiderisch und sich gegenseitig mansplainend ziehen sie durch die Straßen, immer mit guten Ideen (Gründung einer Süßigkeiten-Mafia eines Süßigkeiten-Start-Ups, Arschbombe vom Zehn-Meter-Brett, Karate) und sind auch nicht unterzukriegen, wenn der Bademeister sie vom Brett holen muss oder der Traum vom eigenen Business daran scheitert, dass das dafür notwendige Kapital an einer einzigen Pfandflasche scheitert.

Abgesehen davon, dass ich mich für viele sehr gefreut habe, einmal einen arabischen Namen auf einem deutschen, naja, dänischen Kinderbuch zu lesen, ist Hugo & Hassan auch sonst sehr nah am Leben (hier entlang geht’s zur Leseprobe). Hier ist nichts weichgespült, aber auch nicht anbiedernd cool; Hugo und Hassan probieren sich aus, benutzen dabei ordentlich Kraftausdrücke, verlieren, gewinnen, entscheiden sich neu und sind trotz Meinungsverschiedenheiten allerbeste Freunde. So kann man groß werden, oder?

Kim Fupz Aakeson, Rasmus Bregnhøi: Hugo & Hassan (Übersetzung: Franziska Gehm). Klett Kinderbuch 2020, ab 8 Jahren, 15,00 €.

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